| Willkommen in Tirol, Innsbruck |
| Donnerstag, 26. Juni 2008 um 16:41 | ||||
Erster spielfreier Tag der EURO 2008Am ersten spielfreien Tag dieser Europameisterschaft komme ich nach Österreich. Über Bludenz und Landeck geht es nach Innsbruck. Wie sich bald herausstellt darf ich inmitten des EURO-Landes bei einem deutschen Weltmeister nächtigen. Wenn das kein gutes Omen ist! Am Abend lassen wir es bei Wolfgang Ambros so richtig krachen.
Zehn Minuten später sind wir schon auf dem Heimweg. Ein Gewitter war aufgezogen und hatte in Windeseile für Regen gesorgt. Wären die Jungs nicht sofort aufgesprungen, ich wäre mit Sicherheit nass geworden. So schnell geht das in Köln nicht mit dem Wetterumschwung. Wir planen den Abend. Auf dem Berg Isel spielt „Gentleman", in der Stadt gibt „Wolfgang Ambros" die Gegenveranstaltung. Unsere Gruppe spaltet sich. Wir haben uns für den Österreichischen Liedermacher entschieden. Mit gemischten Gefühlen und wenig Erwartungen mache ich mich auf den Weg. Es geht durch die Altstadt, am goldenen Dacherl vorbei zum Rathausplatz.
Herr Ambros spielt bereits, als wir um kurz nach neun ankommen. Was ich dann erlebe, ist schwer in Worte zu fassen. Trotz leichten Regens fiebern die Menschen mit, singen und tanzen. Viele kennen die Texte in- und auswendig. Ich verstehe höchstens die Hälfte. Einzig bei „Schifoan" kann ich mit Textkenntnissen glänzen. Ich bin froh, dass wir uns gegen den Gentleman entschieden haben. Die Stimmung ist überwältigend. Menschen um die 50 stellen die Mehrzahl. Doch es ist schön, auch viele andere Gesichter zu sehen. Hinter mir singt eine etwa zwanzigjährige jedes Lied aus vollem Hals mit. Um mich herum stehen viele Mit all dem hatte ich nicht gerechnet. Ich war eher auf Langeweile und einen netten Abend eingestellt. Mit Füße wippen und sich unterhalten. Doch uns erfasst es alle. Wir tanzen jubeln und fordern Zugaben; dreimal bekommen wir, was wir wollen: Mehr. Als das Konzert zu Ende gebt, sind wir voller Emotionen. Der Abend hat für uns um kurz vor 11 gerade erst angefangen. Ihren Kommentar hinzufügen
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Um kurz vor 16 Uhr komme ich nach Innsbruck. Axel, bei dem ich für die Nacht eine Schlafmöglichkeit habe, lotst mich aus der Stadt hinaus, am Tivoli vorbei den Berg hinauf. Ich fahre nach Innsbruck-Igls, passiere dabei die berühmte Skischanze auf dem Berg Isel. Dort angekommen treffe ich den Axel, einen frisch gekürten Weltmeister im Pappbottfahren, und einige Freunde.
Dreißigjährige, denen Herr Ambros ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Der Entertainer schmückt den Abend mit netten Ansprachen und hörspielähnlichen Vorträgen zwischen den Liedern und verwandelt die unterschiedlichen Menschen zu einer gemeinsam singenden und elektrisierten Masse. Die außergewöhnlichen Texte wie „Auf dem Zentralfriedhof ist Stimmung" oder „Da haut´s mein Buam mit voller Wucht in die Schlucht" hören sich auf dem Papier sinnfern an, treffen aber den Nerv und vor allem die Gefühle der Anwesenden. Es passt alles. Die Musik geht ins Ohr, ist sehr melodisch und die rauchige Stimme des Altmeisters passt zu den satten rockigen Tönen.