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Im „Kraftstoff" in Dortmund
Freitag, 13. Juni 2008 um 15:13

Polen - Österreich 1:1

In einer fremden Stadt muss man nicht nur körperlich, sondern auch geistig ankommen. In Dortmund war mir letzteres den gesamten Tag über nicht gelungen. Zu emotional aufgeladen und beinahe kämpferisch war die Atmosphäre. Abends im „Kraftstoff" gelang mir, unterstützt von Herrn Schöfferhofer, auch die mentale Ankunft.

WeizenDer Friedensplatz lag hinter, ein kurzer Fußweg vor mir. Am Rande der Dortmunder Innenstadt hatte ich bei Jack eine Bleibe gefunden. Da der aber keinen Fernseher zu Hause hatte, machten wir uns auf den Weg in die nächste Kneipe. Ein kleines Weizelchen versüßte den Fußballabend in der sehr netten, aber übelst verrauchten Bar.

Elfmeter

Österreich dilettierte gegen Polen vor sich hin. Bereits nach 6 Tagen drohte bei der Europameisterschaft der komplette Ausrichterausschluss. Doch letztlich war es der Schiedsrichter, der sich gütig und auf den Punkt zeigte. Vastic behielt die Nerven, der Rest ist bekannt.

In der Kneipe war es voll; viele Deutsche hatten nach einem anstrengenden Public Viewing im Regen den Weg ins Warme gesucht. Die Gedanken waren noch immer bei Ballack, Klose und vor allem Schweinsteiger. Dass auch die Österreicher ihre fußballerischen Probleme an diesem Abend nicht in den Griff bekamen, tröstete jedoch manche über die Niederlage der Deutschen hinweg.

 

Tisch

Kneipe Dortmund2Außerdem war das von Kroatien empfindlich gestörte Selbstbewusstsein schon wieder intakt. „Gegen Österreich werden wir wohl wieder die alte Elf sehen und sicher gewinnen", war der einhellige Tenor.

Bleibt zu hoffen, dass die Löwsche Elf sich nicht nur auf alte Tugenden besinnt, sondern diese auch anwendet. Denn zur körperlichen muss sich auch die geistige Leistungsfähigkeit hinzugesellen, nicht nur beim Reisen.

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Fußball bewegt - Reisetagebuch zur Fußballeuropameisterschaft 2008