Home Reisetagebuch Chaos am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, Happy End in Bochum-Wattenscheid
Chaos am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, Happy End in Bochum-Wattenscheid
Geschrieben von: Marco Di Lenarda   
Mittwoch, 11. Juni 2008 um 16:33

Schweden - Griechenland 2:0

Es wird dunkel. Geht es hier zur Linie 383? Warum hat die betrunkene „Dame" ein Messer in der Hand? - Ein Abend in Gelsenkirchen geht zu Ende.

Nach dem Treffen mit den Stars der e-Soccer-Szene stehe ich am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen und plötzlich geht alles schief. Meine Schlafgelegenheit bei einem Bekannten wird mit den Worten „Sorry, meine Tochter ist krank" gestrichen und ein Telefonmarathon beginnt.

Dabei würde ich lieber Rehakles Griechen verlieren sehen. Im Bahnhof umherirrend telefoniere ich abwechselnd mit unzähligen Freunden. Jede Möglichkeit wird in Erwägung gezogen. Hotel, Jugendherberge, doch noch ein Sofa über eine Website finden, ... oder gar zurück nach Köln? Unglaublich hohe Hotelpreise und nicht vorhandene Zimmer lassen die Optionen jede Minute geringer und geringer werden.

Nach einer Stunde kratzt der Akku meines Handys am letzten Balken. Ich war schon entspannter. Dann bekomme ich einen Rückruf aus Köln-Ehrenfeld. Die Eltern von Jan, einem guten Freund, wohnen in Wattenscheid. „Ich erreiche Sie zwar nicht, aber das passt schon, setz dich einfach in den 383er Richtung Neuenkirchen-Vluyn. Nach ner Viertelstunde bist du da!", sagt Jan. Und was Jan sagt, wird gemacht.

Ich hetzte zum Bahnsteig. Es ist halb zehn, als ich in den Bus steige.

Auf dem Weg zum Bus komme ich an einer Gruppe laut „kommunizierender" Menschen vorbei. Eine sichtlich angetrunkene Frau wird von den anderen angehalten, doch das Messer wieder wegzustecken. Doch die Argumente der Kollegen leiden wie die Urteilskraft der Erstgenannten an der Höhe des Promillewertes. Sie sind nicht stichhaltig genug. Gott-sei-Dank! Einen Umweg in Kauf nehmend mache ich mich schnell aus dem Staub.

Dieses Erlebnis ist nicht das erste in der Richtung. In den vergangenen beiden Tagen - vor allem in Duisburg und Gelsenkirchen, aber auch am heutigen Mittwoch in Bochum - ist mir die große Zahl Beschäftigungslosen aufgefallen, die an öffentlichen Plätzen ihr Dasein fristen. Der Unterschied zu Köln ist groß; den Menschen hier im Ruhrgebiet scheint es im Allgemeinen nicht so gut zu gehen. Die Subjektivität dieser Ansicht ist mir bewusst, der Eindruck bleibt dennoch bestehen.

Ente

Eine zweite Impression, die haften bleibt, wird wenig später abermals bestätigt. An Rhein und Ruhr kennt man kaum Berührungsängste, ist dazu unglaublich hilfsbereit und freundlich: Das Motto „Mi casa, su casa!" bestimmt den weiteren Abend.

Nach einer kurzen Busfahrt bin ich bei Jans Eltern angekommenen, die er noch immer nicht erreicht hat. Nichtsdestotrotz werde auf das Freundlichste begrüßt, bekomme von Jans Mutter, die ich mit meinem Eintreffen geweckt habe, ein Abendessen und darf mit Jans Vater den Untergang der Griechen gegen die Schweden erleben.

Danach wird gefachsimpelt und ich bette mich in ein in der Zwischenzeit vorbereitetes Nachtlager. Die Hilfe beim Herrichten des Betts war mir vorher ausdrücklich verboten worden. Zufrieden und noch immer ungläubig lächelnd schlafe ich ein.

Kommentare (2)
..Helden08..
2 Donnerstag, 12. Juni 2008 um 11:37
Volker Kuhn
Eeeejaho MArco,

coole Aktion die du da machst! werd deine geschichten weiterlesen und -empfehlen:-)

Alla hopp, viele grüße, lass dich nicht stressen&erstma gute Reise

Volker
Marco on se roud ägänn...
1 Mittwoch, 11. Juni 2008 um 22:43
flix
hehe
hört sich gut an!!!
solltest anfangen zu schreiben!!
viel spass gruß Felix

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