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„Bei Itze" in Duisburg-Ruhrort
Geschrieben von: Marco Di Lenarda   
Dienstag, 10. Juni 2008 um 14:14

Frankreich - Rumänien 0:0

Nach dem Beinahe-Heimspiel in Leverkusen zog es mich am gestrigen Tag zum ersten Mal etwas weiter weg von Köln. Duisburg war nächste Station der Tour. Was weiß man von Duisburg? Es gibt dort den MSV, Walter Hellmich und den größten Binnenhafen der Welt. Das war, was ich bereits von Duisburg wusste. Kurioserweise wurde ich von meinem Wissen eingeholt.

HafenIn Duisburg angekommen packte ich meine Sachen zu einer netten Freundin. Doch viel Zeit zum quatschen blieb nicht. Ich hatte einen Plan: Zum Neumarkt sollte es gehen, nach Ruhrort.

Die Strassenbahnverbindung im Kopf machte ich mich auf den Weg, am Hafen vorbei. Genauer gesagt: Am Hafen, der mich die Hälfte meines Weges begleitete, entlang. In sich wiederholender Beständigkeit tat sich immer noch ein Hafenbecken meinem Blick auf. Nach ungefähr einer dreiviertel Stunde war ich, wo ich sein wollte: Bei Itze, am Neumarkt, in Duisburg-Ruhrort. Itze saß vor seiner Kneipe und hielt ein Schwätzchen.

Neumarkt DuisburgIch stellte mich vor und wurde nett empfangen. Ich sollte in den nächsten zwanzig Minuten eine beeindruckende Persönlichkeit kennen lernen; danach dann eine fast ebenso eindrucksvolle Kneipe. „Itze" Friedrich Verbeck war nach eigener Aussage „5 Jahre Profifussballer und 5 Jahre Profiboxer."

Danach Trainer in verschiedenen Bereichen und heute eben Kneipenchef. In Ruhrort kennt er jeden, und jeder kennt ihn. „Sportklause und Bildmuseum" steht in großen Lettern auf der Front seiner Itze KneipeKneipe und treffender kann man die frühere „Obst- und Schankwirtschaft Alt Ruhrort" nicht beschreiben. Als ich hineingehe tut sich ein schmaler Raum auf, vielleicht gerade einmal 15 Meter in der Tiefe. Doch an den Wänden, auf den Tischen, in Vitrinen und selbst an der Decke hängen - nie war dieser Begriff passender - unzählige Bilder, Zeitungsausschnitte, Poster, Pokale, Fähnchen und Medaillen. Ein eigener „Museumführer" hier wäre nicht unangebracht.

Die Gäste kennen sich alle persönlich. Auch Prominenz verkehrt hier ab und an. „Hier waren schon alle", kommt es Itze über die Lippen, und er beginnt aufzuzählen. Um nur kurz ein paar Namen zu nennen: Zu den Personen öffentlichen Interesses, die schon zu Gast waren, sind neben Otto Graf Lambsdorff und Jürgen Möllemann vor allem Sportgrößen wie Dariusz Michalczewski und Ralf Rocchigiani nebst Mäzen Walter Hellmich zu nennen.

Itze Kneipe InnenDer Fußball kam an diesem Abend etwas kurz. Doch das den mäßig kreativ agierenden Franzosen abgetrotzte 0:0 erfreute ohnehin lediglich die Rumänen. Als ich voller neuer Eindrücke die Kneipe verließ, begleitete mich ein selbstgebasteltes Bild nach draußen: „GESTERN FREIBIER". Na dann Prost!

Kommentare (1)
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1 Montag, 26. Juli 2010 um 18:04
Rick
Netter Bericht!

Selbst ich als Enkel von "Itze" bewundere bei jedem Besuch das kleine Museum, welches gut getarnt als Kneipe am Neumarkt in Ruhort schlummert.

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Fußball bewegt - Reisetagebuch zur Fußballeuropameisterschaft 2008