| München, Eine Jung-Familie öffnet ihre Pforten |
| Geschrieben von: Marco Di Lenarda | ||||
| Freitag, 20. Juni 2008 um 12:29 | ||||
Russland - Schweden 2:0Eine kleine Polin hält einen Schwaben davon ab, in München das Spiel Russland - Schweden mit waschechten Bayern und einem Badener zu schauen - Doch alles halb so wild! Am frühen Nachmittag fahre ich auf der A9 Richtung München. Wieder habe ich eine Mitfahrerin. Es wird turbulent. Um 13Uhr sind wir noch 30 Kilometer von München entfernt und Elena hat um 14Uhr ein Vorstellungsgespräch in der Nähe des Bahnhofs. Das bedeutet, dass wir fast ohne jegliche Straßenkenntnisse - dafür mit Zeitdruck - bis ins Stadtzentrum fahren müssen.20 vor 2 sind wir angekommen ohne uns auch nur einmal verfahren zu haben. Elena ist dankbar, ich bin stolz, drehe um und fahre zu Familie Schilling, einer schwäbisch-polnischen Bastion im Münchner Norden. Das erste Abenteuer des Tages ist überstanden. Torsten und Anna kenne ich seit ungefähr zwei Jahren. Bis im vergangenen Herbst wohnten die beiden in Köln, sind dann mit Töchterchen Julitta in die bayrische Metropole umgezogen. Wieder einmal darf ich mich über eine unglaublich herzliche Aufnahme freuen. Anna und ich trinken Kaffee, ich schreibe meinen Bericht und beschäftige die kleine Julitta. Alles ist sehr entspannt. Am Abend muss Anna arbeiten, Torsten kommt und nun kümmert sich Papa und die kleine.
Nach zehn Minuten verlasse ich den Kiosk wieder. Ich versuche noch, auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Platz aufzutun, wo man dem Spiel beiwohnen kann. Doch für den Auftritt der Russen gegen die Schweden scheinen sich die wenigsten zu interessieren. Selbst als ich mit Freunden telefoniere, erreiche ich diese beim Kochen, im Biergarten oder bereits schlafend. Dieser Mittwoch ist für viele deutsche EM-Zuschauer eine Pause nach bisher elf anstrengenden Fan-Tagen, an denen man kein Spiel verpassen durfte. Russlands Nationalelf hat in Fußballkreisen (noch) nicht das Renomé, welches ihr aufgrund der Leistungen schon zusteht. Das könnte sich in Kürze ändern.
Als Gründer einer noch jungen Familie hat man es nicht einfach. Nach der Universität muss Geld verdient werden. Das Kind verlangt nach Liebe, Unterhaltung und Zuwendung. Dazu kommt hier eine zu pflegende Bekanntschaft und dort noch ein Freund, der besucht (werden will). Da bleibt wenig Zeit für einen selbst. Dankbar und auch ein wenig stolz, dass sich die beiden für mich Zeit genommen haben, verlasse ich die beiden am nächsten Morgen. Ihren Kommentar hinzufügen
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